Island Flight Simulator im Test / Review

Viel Wasser, Sandstrände und nette, etwas heruntergekommene Häuser der Insulaner. Hach was ist das schön hier. Willkommen im Island Flight Simulator. Im Spiel schlüpfen wir in die Rolle eines Piloten. Dessen Aufgabe ist es, die kleinen Inseln mit unterschiedlichsten Waren zu beliefern. Mal ist es Milch, mal ein Wasserskimotor oder Schrumpfkopf. Schrumpfkopf zählt übrigens zu der illegalen Ware im Spiel. Mit dieser Art von Aufträgen lässt sich einiges mehr an Geld verdienen, wird man allerdings erwischt, war die ganze Arbeit umsonst und man verliert nen Haufen Kohle. Im Island Flight Simulator startet man mit einer kleinen einfachen Maschine. Nachdem das Flugzeug vollgetankt und ein Auftrag angenommen wurde, kann mit dem Flug losgelegt werden. Bei der Innenansicht des Flugzeugs folgt dann die erste Ernüchterung: Knöpfe, Monitore und andere Elemente des Cockpits lassen sich nicht bedienen. Schon hier wird klar: Der Island Flight Simulator ist kein wirklich realistischer Flugsimulator. Hat man sich’s im Cockpit gemütlich gemacht, heißt es Motor anschalten, Gas geben und abheben. Danach folgt oft eine ziemlich lang erscheinende Strecke über das Meer, bis man irgendwann die Insel, auf der die Ware lagert, erreicht hat. Ob man auf dem richtigen Kurs ist, lässt sich stets oben links auf der Minimap einsehen oder in der Karte. Hier sieht man übrigens auch die einzelnen Inseln – und die sind teilweise echt merkwürdig benannt worden. Unser Favorit ist Kanaka-Island. Hat man die Insel erreicht, folgt die schwerste Aufgabe im Spiel: Die Maschine will ordnungsgemäß gelandet werden. Durch die kurzen Start- und Landebahnen ist das – insbesondere mit der großen Maschine – eine größere Herausforderung. Dann heißt es Ladung annehmen und losfliegen. Die Ladung bekommen wir übrigens leider nie zu Gesicht – anscheinend gibt es einen unsichtbaren Helfer, der immer alles ein- ausräumt. Nach dem Abladen auf der Zielinsel muss man immer zurück zur Basisinsel fliegen, um von dort aus einen neuen Auftrag anzunehmen oder das verdiente Geld auszugeben. Das kann entweder in Verbesserungen des Flugzeugs investiert werden, oder irgendwann in ein komplett neues, größeres Flugzeug. Bis zu drei Flugzeuge kann man besitzen. Beim Geld ausgeben sollte man aber immer darauf achten, dass das Flugzeug vorher vollgetankt wurde, sonst hat man unter Umständen ein echtes Problem. Bis man allerdings genügend Geld zusammengetragen hat, kann es einige Zeit dauern. Es muss die ewig gleiche Prozedur durchgeführt werden: Auftrag auswählen, losfliegen, Ladung aufnehmen, Ladung abgeben und zurück zur Basis fliegen – und dass das auf Dauer nicht besonders spannend ist, dürfte sich von selbst verstehen. Das ist im Prinzip der Inhalt des Spiels. Da fragt sich natürlich: Wer sollte sich das Spiel kaufen? Interessant dürfte das Spiel für all diejenigen sein, die hin und wieder mal nach dem Feierabend ein bisschen rumfliegen wollen und dabei gut auf komplizierte Funktionen und Realismus verzichten können. Zum Entspannen ist das Spiel ideal. Wer hier eine aufwendige Techniksimulation erwartet, vergleichbar beispielsweise mit dem Microsoft Flight Simulator, der dürfte nach dem Kauf mächtig enttäuscht sein. Grafisch ist das Spiel ganz ok. Die Flugzeuge sind vernünftig ausmodelliert, die Landschaften ganz nett gebaut und bepflanzt. Nur flackernde Häusertexturen und das unscharfe Cockpit stören etwas. In Sachen Sound sieht es bei dem Spiel ähnlich aus: Der Propellersound klingt ganz vernünftig, Funksprüche oder vergleichbares gibt es bei dem Flugzeug aber leider nicht. Die Flugzeugsteuerung ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, sobald man sie allerdings genügend kennt, ist das Gameplay ganz akzeptabel. Nicht so gut ist die Steuerung insbesondere beim Bremsen. Und wenn man dann mal zu weit hinten gelandet ist, kommen schnell Logikfehler hinzu: Manche Gebäude scheint das Flugzeug einfach durchfahren zu können, in anderen explodiert es und löst sich in Luft auf. Das gleiche Phänomen ist übrigens auch beim Absturz auf dem Meer festzustellen. Hinzu kommen beim Gameplay die nervigen unsichtbaren Wände, die uns ein Erkunden der Landschaft unmöglich machen. Der Umfang des Spiels ist mit über 100 Aufträgen durchaus gut, allerdings hätten wir uns noch einen umfangreicheren Wirtschaftsteil zum Beispiel mit Mitarbeitern gewünscht. Tja und in Sachen Realismus kann das Spiel leider so gut wie gar nicht punkten. Es hat zu wenig Bedienelemente, Klappen am Flugzeug lassen sich nicht öffnen und funktionierende Anzeigen, Hebel und Knöpfe im Cockpit existieren leider auch nicht. Ähnlich schlecht schneidet bei uns das Missionsdesign ab: Die Missionen verlaufen immer nach dem gleichen Schema, Abwechslung gibt es kaum. Wetterschwankungen, die das Fliegen spannender und schwieriger machen würden, fehlen komplett. Dafür ist die Atmosphäre ganz nett. Während des Fliegens kann man sich entspannen und das blaue Meer oder die Insellandschaften genießen. So eine richtige Flugatmosphäre ist das aber natürlich nicht. Und auf den Inseln fällt auch auf: Wir bekommen keinen einzigen Bewohner zu Gesicht. Gibt es hier etwa nur Geistersiedlungen?

Bilder zum Island Flight Simulator

 


 

 

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